Dattelpalme – Übersicht und Pflege

Bild einer Kanatischen Dattelpalme im Garten
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Träumen Sie noch immer vom letzten Strandurlaub unter Palmen? Dann lassen Sie Ihre Träume ganz einfach wahr werden und verwandeln Sie Ihren Garten in eine zauberhafte Palmenoase! Mit Dattelpalmen, auch Phoenixpalmen genannt, lässt sich dieses Vorhaben mit geringem Aufwand verwirklichen. Wie es Ihnen gelingt, dass sich Dattelpalmen in Ihrem Garten so richtig wohlfühlen, erfahren Sie hier:

Die Herkunft der Dattelpalmen

Die Dattelpalme findet ihren Ursprung in der sogenannten „alten Welt“. Erst im 19. Jahrhundert kam es zur Einbürgerung in Amerika. Bis heute sind Dattelpalmen als die ältesten Kulturpflanzen der Menschheit bekannt. Die Gattung Phoenix ist die einzige Palmenart im gesamten europäischen Raum. Symbolisch steht die Dattelpalme in Verbindung zum Palmsonntag, an dem Jesu in Jerusalem einzog. Während Jesu seinen Leidensweg zur Kreuzigung beschritt, schwenkten die Juden Palmenzweige.

Welche Arten von Dattelpalmen gibt es?

Insgesamt gliedern sich Dattelpalmen in 14 verschiedene Arten. Dabei sind allesamt an ein trockenes Klima gewöhnt. Die Gattung Phoenix umfasst die beiden Arten Phoenix caraniensis und Phoenix roebelenii. Erstere beschreibt Dattelpalmen mit steifen, aufrecht stehenden gefiederten Blättern. Bei der sogenannten Phoenix rebelenii handelt es sich um eine Zwergdattelpalme, die in verschiedenen Größen erhältlich ist. Diese erreicht eine maximale Höhe von drei Metern und kann problemlos in einem Topf mit mehreren Pflanzen heranwachsen.

Merkmale der Dattelpalme

Alle Dattelpalmen sind Fiederpalmen, die ihr Grün das gesamte Jahr über nicht verlieren. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, zeichnen sich diese durch große gefiederte Blätter aus. Gemeinsam mit ihrem Stamm versprühen Dattelpalmen mit üppigen und eleganten Wedeln eine tropische Note.

Die Gattung Phoenix zählt zu den bekanntesten Palmen und eignet sich dank ihrer Pflegeleichtigkeit vor allem als Einstiegspalme. Beim Namen  „Phoenix“ handelt es sich um die wissenschaftliche Bezeichnung für Dattelpalme. Im Allgemeinen sind Phoenixpalmen robust und genügsam, sodass diese gelegentliche Missgeschicke in der Pflege gut verkraften.

Der richtige Standort

Da Dattelpalmen grundsätzlich an Klimata mit saisonalen Temperaturschwankungen gewöhnt sind, zeigen sich diese gegenüber den hierzulande vorherrschenden Bedingungen recht tolerant. Damit sich Phoenixpalmen jedoch so richtig wohlfühlen, bevorzugen diese einen warmen Standort. Generell ist es zwar möglich, Dattelpalmen ausschließlich als Zimmerpflanzen zu beherbergen, eine Unterkunft im Freien während der Sommermonate erhöht hingegen die Lebenserwartung deutlich. Je nach Witterung lassen sich Dattelpalmen von April bis Oktober im Garten oder auf dem Balkon positionieren.

Bei der Wahl des Standorts ist zu berücksichtigen, dass dieser die Palme zuverlässig vor kaltem Regen sowie Zugluft schützt. Geeignet ist ein Plätzchen, an dem die Dattelpalme viel Licht absorbieren kann. Für ein gesundes Wachstum benötigen Dattelpalmen mindestens lichten Halbschatten. Mit direkter Sonneneinstrahlung sollten Sie zunächst behutsam umgehen. Erst nach einer umfangreichen Eingewöhnungsphase lässt sich direktes Sonnenlicht in Maßen genießen. Wenn Sie im Besitz eines eigenen Wintergartens sind, finden sich hier ideale Voraussetzungen für Ihre Dattelpalme. Bei Wintergärten ist lediglich darauf zu achten, die Phoenixpalme keinem zu grellen Sonnenlicht auszusetzen. Regelmäßiges Durchlüften Ihres Wintergartens ist ebenfalls notwendig, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung sicherzustellen.

Sobald die Temperaturen allmählich unter 15 Grad fallen, ist es ratsam, Dattelpalmen im Haus unterzubringen. Damit sich der Transport möglichst einfach gestaltet, bietet es sich an, einen Rollwagen einzusetzen. Obwohl Dattelpalmen als beliebte Wohnzimmerpflanzen gelten, sollten diese hier ausschließlich während der Übergangszeit untergebracht werden.

Substrat und Boden

Damit Ihre Dattelpalme gesund wachsen kann, sind Substrat und Boden von entscheidender Bedeutung. Ersteres sollte in jedem Fall wasserdurchlässig sein. Lockere Erde in Kombination mit einigen Nährstoffen schafft beste Voraussetzungen für ein gesundes Palmenwachstum. Als Alternative zu Fertigprodukten ist die Herstellung von Substrat und Boden mit nur drei Schritten in Eigenregie möglich:

  1. Nehmen Sie gute Kompost-Erde zu zwei Drittel der gewünschten Gesamtmenge, bestenfalls aus dem eigenen Garten
  2. Das letzte Drittel setzt sich aus grobem Sand oder Lavagries zusammen. Dieses mischen Sie zur Auflockerung unter die bereits vorbereitete Kompost-Erde.
  3. Im letzten Schritt legen Sie eine Drainage im Topfboden an. Hierfür eignen sich Kies, Steinchen und Tonscherben.

Die Anzucht der Dattelpalme

Sind die Umweltbedingungen günstig, beginnen Dattelpalmen zu blühen und eigene Früchte auszubilden. Diese Früchte beinhalten keimfähige Samen, aus denen wiederum mit etwas Geduld eine neue Dattelpalme entsteht. Da hierzulande die Bildung von Früchten häufig ausbleibt, sind keimfähige Samen unter anderem auch im Handel erhältlich.

Wenn Sie Ihre Dattelpalme selbst heranzüchten möchten, benötigen Sie zunächst keimfähige Palmensamen. Danach legen Sie die Samen für einige Stunden in lauwarmes Wasser, bis diese aufquellen. Zudem benötigen Sie keimfreies Anzuchtsubstrat, das Sie in die zugehörigen Anzuchttöpfe geben. Mit Perlit lässt sich die Erde spürbar auflockern.

Dattelpalmen sind Dunkelkeimer. Daher ist es wichtig, die Samen etwa einen Zentimeter unter der Erde zu pflanzen. Stellen Sie die Anzuchttöpfe mit den Samen nach dem Einpflanzen an einen warmen und hellen Ort. Direkte Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden. Optimal ist eine Temperatur zwischen 25 und 28 Grad Celsius.

Insgesamt kann es bis zu drei Monaten dauern, bis sich die ersten Keimblätter bilden. Während dieser Zeit ist es unverzichtbar, die Keimlinge feucht und trocken zu halten. Nachdem sich die ersten Keimblätter ausgebildet haben, ist ein warmer und feuchter Standort weiterhin wichtig. Sobald die Keimlinge etwa die Größe Ihrer Hand erreicht haben, ist es an der Zeit, diese in einen Topf einzusetzen. Innerhalb des ersten Jahres gelingt die Ernährung vollständig aus der Samenschale ganz ohne zusätzlichen Dünger.

Tipp:

Die Anzucht von Dattelpalmen setzt nicht zwangsläufig Palmensamen voraus. Auch Dattelkerne, die in handelsüblichen Geschäften erhältlich sind, eignen sich zum Heranziehen von Dattelpalmen. Im Internet finden sich hierzu zahlreiche Anregungen.

Dattelpalme richtig pflegen – was ist zu beachten?

Obwohl Dattelpalmen grundsätzlich dank ihrer steifen und dicken Blätter als pflegeleicht gelten, gibt es dennoch ein paar Dinge, die Sie bei der Pflege beachten sollten:

Wasserbedarf

Dattelpalmen benötigen generell viel Wasser. Sobald die Erdoberfläche angetrocknet ist, ist ein erneutes Gießen erforderlich. Sie sollten daher darauf achten, dass Ihre Phoenixpalme nie vollständig austrocknet. Trotz des hohen Wasserbedarfs sollte sich dennoch keine Wasserpfütze ansammeln. Zum Gießen eignet sich sowohl Regenwasser als auch Leitungswasser mit Zimmertemperatur. Falls Ihnen lediglich kalkhaltiges Leitungswasser zur Verfügung steht, sollten Sie gelegentlich etwas Kaffeesatz auf die Topferde geben. Sowohl auf eine zu geringe als auch zu intensive Bewässerung reagieren Dattelpalmen mit braunen Blättern, was zu einer verringerten Widerstandskraft der Pflanze führt.

Dünger

Während der Vegetationszeit ist es unerlässlich, Dattelpalmen regelmäßig zu düngen. Hierfür sind normale Blattpflanzen-Dünger geeignet. Bei der Zusammensetzung ist darauf zu achten, dass der Phosphatanteil etwas geringer ausfällt als der Stickstoff- und Kaliumanteil. Je nachdem wie umfangreich der Nährstoffanteil Ihres jeweiligen Düngers ausfällt, ist die Anwendung im Abstand von etwa zwei Wochen anzuraten. Wichtig ist dabei, dass Sie sich in kleinen Schritten an die optimale Menge annähern. Während Ihre Dattelpalme von einer zu geringen Menge an Düngemittel keinen spürbaren Schaden nimmt, besteht die Gefahr, dass das Palmengewächs infolge einer Überdüngung eingeht.

Schneiden der Dattelpalme

Die eigentlichen Palmenwedel müssen in der Regel nicht zurechtgeschnitten werden. Erst wenn ein Palmenwedel vollständig vertrocknet ist, und keinen Pflanzensaft mehr enthält, sollten Sie diesen entfernen. Wichtig ist dabei ein gerader Schnitt, den Sie im Abstand von drei bis fünf Zentimetern vom Stamm entfernt ansetzen. Dadurch gewährleisten Sie ein ordentliches Erscheinungsbild Ihrer Dattelpalme.

Einzelne braune Stellen sollten Sie keinesfalls beschneiden, da die Gefahr besteht, der Pflanze offene Wunden zuzufügen. Verletzungen bergen wiederum ein erhöhtes Risiko eines Pilzbefalls oder einer Infektion durch andere Krankheitserreger. Mit einem desinfizierten Werkzeug gelingt es in der Regel, die Palmenspitzen etwas zu korrigieren.

Beim Umtopfen ist es ratsam, die Wurzeln etwas zu kürzen. Dadurch erreichen Sie ein verzögertes Wachstum Ihrer Dattelpalme. Im Frühjahr kommt es häufig vor, dass sich Triebe der Dattelpalme im Wurzelbereich direkt neben dem Hauptstamm bilden. Diese Triebe lassen sich einfach abschneiden und anschließend im Anzuchttopf bewurzeln. Ausreichend Bodenwärme begünstigt die Wurzelbildung.

Äußerste Vorsicht ist im unteren Bereich der Dattelpalme geboten, denn hier besitzt die Pflanze messerscharfe Dornen. Besonders in Familien mit Kindern ist es aus Sicherheitsgründen unter Umständen sinnvoll, diese Stacheln zu entfernen. Nach einmaliger Entfernung wachsen die Stacheln nicht mehr nach.

Das Umtopfen

Dattelpalmen wachsen im Vergleich zu anderen Pflanzen recht langsam, sodass das Umtopfen lediglich im Abstand von mehreren Jahren notwendig ist. Sobald die Palmenwurzeln den gesamten Topf ausfüllen, ist es an der Zeit für die nächstgrößere Variante. Das Umtopfen sollte entweder im Frühjahr vor Beginn der Wachstumsphase oder im Spätherbst vor der Winterruhe erfolgen. Damit beim Umtopfen der gewünschte Erfolg nicht ausbleibt, sollte der neue Topf sowohl höher als auch breiter ausfallen. Dies ist damit zu begründen, dass Dattelpalmen mit ihren Pfahlwurzeln wie Möhren nach unten wachsen.

Am besten gelingt das Umtopfen zu zweit indem einer die Palme aus ihrem Topf nimmt und der andere die Wurzeln von der übrigen Erde befreit. Anschließend wird die Dattelpalme in das vorgesehenen Exemplar gepflanzt, nachdem dieses mit einer Drainage versehen wurde. Im nächsten Schritt füllen Sie den Topf rund herum mit frischer Erde auf. Nach dem Angießen können Sie vollständig mit Erde auffüllen. In den nächsten Tagen ist ausreichendes Wässern wichtig.

Tipp:

Klopfen Sie während des Auffüllens ab und an leicht gegen den Topf, um bestehende Lücken vollständig zu schließen.

Krankheiten und Schädlinge

Dattelpalmen gelten als pflegeleicht und robust, sodass diese Krankheiten gegenüber nur als wenig anfällig zeigen. Gelegentlich kann es jedoch passieren, dass ein Pilzbefall nicht ausbleibt. Braune Flecken an den Dattelspitzen deuten auf einen möglichen Pilzbefall hin. Fungizid erweist sich Pilzkrankheiten gegenüber als besonders wirksam. Erfahrungsgemäß ist eine mehrmalige Behandlung notwendig, bis die vollständige Entfernung hartnäckiger Pilze gelingt. Bei geringem Pilzbefall ist es mit etwas Glück ausreichend, lediglich einzelne Blattspitzen abzuschneiden.

Zu den häufigsten Schädlingen an Dattelpalmen zählen sowohl Woll- und Schildläuse als auch Spinnmilben. Nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen, woran Sie diese erkennen und unterscheiden können:

SchädlingsartMerkmalVorgehen
Woll- und Schildläuewatteähnlicher Belag auf Blätterleichter Befall: Abwischen der Tierchen mit in Alkohol getränktem Lappen alternativ: Lösung aus Schmierseife, Spiritus und Wasser alle 2-3 Tage besprühen, bis keine Schädlinge mehr vorhanden sind
SpinnmilbenVorkommen vorrangig im Winter bei trockener Heizungslufthohe Luftfeuchtigkeit ist für Tierchen unangenehm regelmäßiges Besprühen mit kalkfreiem Wasser wirksam alternativ: Aufstellen eines Luftbefeuchters

Krankheiten wirksam vorbeugen

Insgesamt verzeichnen Dattelpalmen, die während des Sommers eine Unterkunft im Freien genießen, nur selten Krankheiten. Tatsächlich bieten Standortwahl und die richtige Pflege den wirksamsten Schutz vor Schädlingen und anderweitigen Krankheiten. Dabei ist es in erster Linie die frische Luft, durch die Dattelpalmen ihre beeindruckende Widerstandskraft erlangen.

Die Überwinterung

Wie bereits erwähnt, beginnt die häusliche Überwinterung, sobald die Temperaturen unter 15 Grad fallen. Zunächst ist es wichtig, die Palme auf Krankheiten und Schädlinge sowie einem möglichen Pilzbefall zu untersuchen.

Da Dattelpalmen auch während der kalten Jahreszeit ausreichend Licht benötigen, sollten Sie diese am hellsten Platz Ihres Hauses beherbergen. Bei der Wahl des Überwinterungsquartiers ist stets zu bedenken, dass Fenster einiges an Licht schlucken. Um das Wachstum der Dattelpalme während des Winters zu drosseln, zeichnet sich das ideale Winterquartier neben ausreichend Helligkeit durch eine kühle Umgebungstemperatur zwischen 3 Grad und Zimmertemperatur aus. Bei Zimmertemperatur legt die Dattelpalme allerdings keine Ruhepause ein, sodass diese ganzjährig durchkultiviert werden muss. Dies sollte jedoch der letzte Ausweg sein, da hierfür der Lichteinfall häufig zu gering ausfällt. Folglich reagiert die Palme mit zunehmender Schwäche und Anfälligkeit gegenüber Krankheiten. Achten Sie unbedingt darauf, Ihre Dattelpalme nicht direkt der Wintersonne auszusetzen.

Je nach Umgebungstemperatur sind Dattelpalmen dazu bereit, Kompromisse einzugehen.  Wählen Sie beispielsweise einen kühlen Raum für die Überwinterung, darf dieser verhältnismäßig dunkler ausfallen. Ein trockener Standort ist grundsätzlich erforderlich. Je ausgeprägter die Ruhepause der Dattelpalme ausfällt, desto intensiver gestaltet sich die Umstellung im Frühling. In jedem Fall ist es ratsam, Dattelpalmen bereits im frühen Frühjahr für einzelne Stunden an das helle Licht zu gewöhnen. An wärmeren Tagen kann diese Gewöhnungsphase an der frischen Luft erfolgen.

Die Auffassung, dass sich Dattelpalmen mit winterharten Eigenschaften auszeichnen, ist weit verbreitet. Generell besteht zwar die Möglichkeit, diese Palmengewächse ganzjährig im Freien unterzubringen, dieses Vorhaben ist jedoch mit einem enorm hohen Pflegeaufwand verbunden.

Fazit

Von leichtem Frost über saisonale Temperaturschwankungen bis hin zu angenehmer Sommerwärme kommen Dattelpalmen mit einem recht vielseitigen Klima zurecht. Da Phoenixpalmen gelegentliche Missgeschicke in der Pflege tolerieren, sind diese Palmengewächse bestens für Neulinge geeignet. Bereits bei der Anschaffung sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie die Überwinterung Ihrer Dattelpalme/ Ihrer Dattelpalmen organisieren.

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