Palmen richtig gießen

Die Palme richtig gießen
© Kiryl Lis – stock.adobe.com.
  • Leitungswasser ist nicht ideal.
  • Am besten, falls möglich, Regenwasser verwenden.
  • Ansonsten Wasser für die Palme enthärten.
  • Palme morgens und/oder abends gießen.
  • Im Idealfall an Hand der Bedürfnisse der jeweiligen Palme orientieren.

Der ästhetische Aspekt steht sicherlich im Vordergrund, wenn eine Palme in der Wohnung Einzug hält. Die Grünpflanzen mit attraktiven Wedeln verschönern jeden Raum. Damit sich der Indoor-Garten vortrefflich entwickelt, bedarf es kontinuierliche Pflege. Die Palme richtig zu gießen nimmt dabei eine wesentliche Rolle ein. Feuchtigkeitsmesser helfen, um auf Nummer sicher zu gehen. Ein Sensor in den Geräten ermittelt einfach und schnell die aktuelle Bodenfeuchtigkeit und unterstützt eine angemessene Bewässerung der tropischen Pflanzen.

Voraussetzungen für das Wachstum

Die essentiellen Dinge, die nicht nur Palmen, sondern alle Pflanzen brauchen, setzen sich zusammen aus:

  • Licht
  • Wasser
  • Luft (Kohlendioxid und Sauerstoff)
  • Nährstoffe (Mineralien, Stickstoff und andere organische und anorganische Verbindungen)
  • Temperatur (Wärme)
  • Bodenkonsistenz (bei terrestrisch wachsenden Pflanzen)

Speziell das Wasser betreffend, dient dieses Element als Lösungsmittel für den Transport von Nährstoffen. Wasser hält den Stoffwechsel der Pflanzen aufrecht und ist insofern unerlässlich für die Fotosynthese. Aus Licht, Kohlendioxid und Wasser entstehen in den Blättern Sauerstoff und Glucose. Ohne Sauerstoff können Menschen und Tiere nicht leben. Aus Glucose stellt die Pflanze Stärke her. Sie dient ihr als Nahrung.

Wasseraufnahme der Palmen

Gießen versorgt die Zimmerpalme mit Wasser. Doch wie genau gelangt die Nässe im Erdreich bis hoch zu den oberen Blättern? Zunächst ein Blick auf den von außen ersichtlichen Bauplan von Pflanzen. Wurzeln zählen ebenso wie Spross und Blatt zu den Grundorganen. Anders als bei Bäumen und Sträuchern, die Hauptwurzeln besitzen, von denen Seitenwurzeln abzweigen, verfügen Palmen über zahlreiche lange Wurzeln, die alle der Stammbasis entspringen. Die Menge an Wurzeln verleiht der Palme eine feste Verankerung im Boden.

Der Wasserhaushalt der Palme nimmt an den Wurzeln seinen Anfang. Die unterirdischen Pflanzenteile nehmen die Feuchtigkeit aus dem Boden in sich auf. Nun kommen die kapillaren Kräfte ins Spiel. Unterstützt werden die inwendigen Wasserleitungen vom Transpirationssog. Aus den Spaltöffnungen der Blätter verdunstet Feuchtigkeit. Der Unterdruck, der durch das Verdampfen in den Leitungsbahnen entsteht, befördert das Wasser entgegen der Schwerkraft in die Höhe. Begünstigt wird der interne Wassertransfer durch den Wurzeldruck.

Mit welchem Wasser die Palme gießen?

Viele Palmenarten entspringen Gefilden in Meeresnähe an Stränden mit kalkhaltigen Partikeln. Dennoch mögen sie kein kalkhaltiges Wasser. Wenige Ausnahmen, wie etwa die Zwergdattelpalme, bestätigen die Regel. Grundsätzlich ist es nie verkehrt, wenn die Wasserhärte in einem niedrigen Bereich liegt. Frisch aus der Leitung gezapftes Wasser eignet sich zum Gießen von Palmen nicht. Einerseits ist es zu kalt. Wärmeliebende Gewächse aus den Tropen erleiden einen Schock, wenn sie mit sehr kühlem Wasser in Kontakt kommen. Im Idealfall weist das Gießwasser Zimmertemperatur auf. Leitungswasser hat meist einen hohen Kalkgehalt. Regenwasser enthält hingegen nur wenige Mineralstoffe. Der weiche Charakter des natürlichen Niederschlags erfüllt die Bedürfnissen der Exoten am besten. Genauso waren sie es an ihren heimatlichen Standorten gewohnt.

Wasser für die Palme enthärten

Wer einen Garten oder Hof besitzt und den Regen auffangen kann, verfügt über kostenfreies Nass in idealer Beschaffenheit für Palmen. Es sei denn, das gespeicherte Wasser ist wegen langer Trockenheit längst aufgebraucht. Dann existiert zu Leitungswasser keine Alternative. Für alle, die auf Wasser aus dem öffentlichen Netz zum Palmen gießen angewiesen sind, bedarf es Maßnahmen, um den Palmen ideale Gießbedingungen zu bieten:

Wasser abkochen

Wird Leitungswasser in einem Topf erhitzt bis es sprudelt, setzt sich Kalk an den Topfwänden ab. Das Gleiche Resultat lässt sich mit einem Wasserkocher erzielen. Nun noch warten, bis sich das Wasser auf Zimmertemperatur abgekühlt hat.

Mit destilliertem Wasser verdünnen

Ein Gemisch aus Leitungswasser und entmineralisiertem Wasser ergibt eine passende Gießmöglichkeit für Palmen.

Mit benutzten Kaffeepads neutralisieren

Bei Leitungswasser beträgt der pH-Wert 7 bis 8,5. Der Säuregrad von Kaffee liegt bei 4,5 bis 5,0. Befindet sich in der gefüllten Gießkanne für einige Stunden lang ein bereits gebrauchter Kaffeepad, findet ein Säure-Basen-Ausgleich statt.

Wasser abstehen lassen

Generell verliert Leitungswasser, wenn es sich mindestens 24 Stunden in einem Behältnis befindet, etwas an Härte.

Wie oft gießen?

Ein wenig Gespür ist nötig, um geeignete Intervalle für die Wässerung von Palmen herauszufinden. Zu häufig ist ebenso abträglich wie zu selten. Stehen die Wurzeln ständig in triefend nasser Erde, neigen sie zu Fäulnis. Dringt das Wasser niemals bis zu den unteren Wurzelteilen vor, reagiert die Pflanze mit Mangelerscheinungen. Der altbewährte Fingertest zeigt, ob Wasser gebraucht wird oder nicht. Zumal das Wasserbedürfnis bei verschiedenen Palmenarten variiert. Die obere Schicht von 5 cm sollte nur noch leicht feucht oder bereits abgetrocknet sein, bevor die Gießkanne in Aktion tritt. Viele Palmen legen im Winter eine Ruhephase ein. Bei eingeschränktem Wachstum verlängert sich die zeitliche Distanz bis zur nächsten flüssigen Erfrischung.

Wie viel gießen?

Wird immer mit wenig Wasser die Substrat-Oberfläche nur leicht benetzt, gehen die unteren Wurzelteile leer aus. Palmen richtig gießen heißt, lieber in größeren Abständen und dafür etwas beherzter wässern. Vorzugsweise hat der Topf ein Abflussloch und steht in einem Übertopf oder Untersetzer, damit ein Zuviel an Wasser entweichen kann. Dennoch darf das Auffangbehältnis nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt sein, sonst bildet sich ein stickiger Sumpf, der den Wurzeln keine Sauerstoffzufuhr mehr gewährt.

Zu welcher Tageszeit gießen?

In der Frühe ist die beste Zeit zum Gießen, dann wird das Wasser in den Folgestunden gleich genutzt. Außerdem verdunstet weniger, denn morgens hat die Sonne noch nicht so viel Kraft. Das Gleiche gilt für die Abendstunden. Auf dem Laub befindliche Wassertropfen agieren wie ein Brennglas, sobald die grelle Mittagssonne auf sie scheint. Grundsätzlich sollte das Wasser dorthin, wo es benötigt wird, also direkt auf die Erde und nicht auf die Blätter.

Luftfeuchte für Palmen

Aus Ländern mit relativ hoher Wasserkonzentration in der Luft stammend, verabscheuen Palmen auch bei uns eine trockene Athmosphäre. Mangelnde Luftfeuchtigkeit führt zu Spannungsverlust des Blattgewebes. Schädlinge (Spinnmilben, Woll-, Schmier- und Schildläuse) nutzen die Situation aus und lassen sich auf den Wedeln nieder. Um ein für Palmen verträgliches Milieu zu schaffen, empfiehlt sich zwischendurch das Einnebeln mit einer Sprühflasche. Weiches Wasser ist auch hier ratsam. Es verhindert Kalkablagerungen, die als weiße Flecken auf dem Laub in Erscheinung treten.

Tauchen statt gießen

Viele Pflanzenfreunde schwören auf die Tunk-Methode, die sich jedoch nur bei noch kleineren Palmen realisieren lässt. Der Topf wird in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt, damit sich die Erde von unten über die Abflusslöcher vollsaugen kann. Wichtig ist, dass im Anschluss daran überschüssiges Wasser abtropft. Im Übertopf oder Untersetzer belassenes Wasser führt zu Staunässe, die den Wurzeln schadet.

Unter Verwendung von Flüssigdünger gießen

Gesundes Palmenwachstum setzt eine optimale Versorgung mit Nährstoffen voraus. Hornspäne oder andere organische Düngemittel werden unter das Substrat gemischt. Sie geben ihre Inhaltsstoffe nur langsam an die erdige Umgebung ab. Flüssigdünger wird mit dem Gießwasser ausgebracht und wirkt sofort. Spezielle Produkte für Palmen mit einem geringeren Phosphor-Anteil kommen während der Vegetationsperiode gemäß Herstellerangabe zum Einsatz.

Palmen wässern unter Berücksichtigung der Art

Der Durst, den Palmen verspüren, richtet sich unter anderem nach der jeweiligen Gattung. Hier ein paar Beispiele:

  • Bergpalmen besitzen ein erhöhtes Verlangen nach frischem Nass. Dennoch ist ein fortwährender Stand in stark durchtränkter Erde zu vermeiden.
  • Fächerpalmen brauchen vor allem im Frühjahr ausgiebige Wassergaben, um gut gerüstet in die Hauptwachstumszeit zu starten.
  • Kokospalmen reagieren höchst empfindlich auf kaltes Wasser. Die Nuss muss trocken bleiben. Sie könnte sonst vermodern.
  • Schusterpalmen sollten ganzjährig nur mäßig feucht gehalten werden. Sie gedeihen bevorzugt an lichtärmeren Plätzen, wo sie weniger Wasser beanspruchen.
  • Yucca-Palmen und Drachenbäume sind keine Palmen, sondern werden aus botanischer Sicht zu den Spargelgewächsen gezählt. Sie speichern Wasser und überstehen gelegentliche Trockenperioden unbeschadet.
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