Palme umtopfen – kleiner Eingriff, große Wirkung!

Die Palme umtopfen. Das benötigen Sie
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  • Ca. alle 3-5 Jahre umtopfen.
  • Idealer Zeitpunkt zwischen Ende April und Anfang Mai.
  • Geeignete Erde hängt hängt von Palmenart ab (insbesondere, an welchen Temperaturen die Palme gewöhnt ist).
  • Optimales Gefäß: 2-3 Finger größer als das alte Gefäß.
  • Gefäß sollte ein Abflussloch am Boden aufweisen, um Staunässe zu verhindern.
  • Beschädigung des Wurzelballens unbedingt vermeiden.
  • Falls die Palme beim herausheben zu fest sitzt, mit einem scharfen Messer am Kübelrand endlang schneiden.

Das Umtopfen von Palmen bereitet stolzen Besitzern häufig große Sorge. Dabei bedeutet dies nichts anderes, als dass die Palme aus ihrem bisherigen Gefäß herausgewachsen ist und jetzt etwas mehr Freiraum benötigt. Tatsächlich gestaltet sich das Umsiedeln dieser Pflanzen als gar nicht so schwierig, wenn Sie dabei ein paar grundlegende Dinge beachten:

Wann sollten Sie Ihre Palme umtopfen?

Grundsätzlich fühlen sich Palmen in ihrem Topf über mehrere Jahre wohl. Etwa alle drei bis fünf Jahre ist es an der Zeit für einen neuen Kübel. Zwischen Ende April und Anfang Mai ist der ideale Zeitpunkt, um Palmen umzutopfen. Direkt nach dem Verlassen des Winterquartiers steht somit der Topfwechsel auf dem Programm. Lediglich in absoluten Ausnahmefällen ist es möglich, Palmen auch im Sommer umzutopfen. Des sollte jedoch nur dann erfolgen, wenn ein dringender Grund vorliegt.

Ob Ihre Pflanze tatsächlich einen neuen Kübel benötigt, zeigt sie anhand verschiedener Merkmale. Wenn Ihnen eines dieser Anzeichen auffällt, ist das Umtopfen erforderlich:

  • Wurzelballen hebt Palme aus ihrem Topf bzw. hat die gesamte Erde durchwurzelt.
  • Wurzeln sprengen den Topf.
  • Austreiben starker Wurzeln durch das Wasserabzugsloch am Topfboden oder über den Tofprand hinaus.
  • stockendes Wachstum, Pflanze wirkt kraftlos.
  • Unstimmiges Verhältnis von Topfgröße zur Pflanze, sodass die Palme bei einem Windstoß zur Seite kippt.
  • Palme steht nicht mehr stabil im Topf.
  • Erde ist zu dicht komprimiert, sodass kaum mehr Wasser aufgenommen werden kann (Gefahr für Staunässe).
  • Erde ist überdüngt (erhöhtes Risiko für das Ausdörren der Pflanze aufgrund von Wurzelverbrennungen).

Welche Erde ist für den neuen Topf geeignet?

Da Ihre Palme die nächsten Jahre in der ausgesuchten Erde verbringt, sollte die richtige Palmenerde in jedem Fall strukturstabil sein und sich nicht zersetzen. In Bau- und Gartenmärkten sowie Onlineshops finden Sie ein vielseitiges Angebot verschiedener Palmenerden. Wenn Sie sich für herkömmliche Kübelpflanzen-Erde entscheiden, sollten Sie diese zusätzlich mit Quarzsand im Verhältnis 3:1 anreichern.

Bei der Wahl der Erde kommt es außerdem darauf an, ob sich diese für Palmen mit hohem Wärmebedarf oder für Exemplare, die an kühlere Temperaturen gewöhnt sind, eignet. Für Palmen, die sich in warmen Gegenden wohlfühlen, empfiehlt sich eine Mischung aus Heide- und Lauberde mit einem Anteil an Torf, Sand und Lehm. Für witterungsbeständige Exemplare ist ein Substrat aus Lehm- und Heideerde mit viel Sand, getrocknetem Rindendung und Hornspänen geeignet. Beim Sand ist weicher Flusssand gegenüber scharfem Bausand vorzuziehen.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, Ihre Palmenerde kostengünstig selbst herzustellen. Hierfür mischen Sie Blumenerde, Gartenerde und Kompost im jeweils gleichen Verhältnis. Als Drainage eignet sich die Zugabe von Sand und / oder Splitt. Abschließend fügen Sie noch etwa 10 % Quarzsand hinzu, welcher wertvolle Silikate für die unterste Zellbildung der Palme enthält.

Den passenden Topf finden

Der richtige Kübel ist für ein gesundes Palmenwachstum entscheidend. Keinesfalls sollte der gewählte Topf zu groß ausfallen, da sich die Palme nach dem Umtopfen mit all ihrer Kraft auf das Wurzelwachstum konzentriert. Als optimal gelten Töpfe, die etwa zwei bis drei Finger breiter sind als das vorherige Gefäß. Dieses Maß umfasst für gewöhnlich zwei Topfgrößen oder einen zusätzlichen Freiraum von zwei bis vier Zentimeter.

Im neuen Kübel ist es besonders wichtig, dass die Wurzeln das frische Substrat problemlos durchdringen können. Die jeweilige Topfgröße findet sich meist auf der Topfunterseite.  Achten Sie in jedem Fall darauf, dass das auserwählte Gefäß ein Abflussloch am Boden aufweist. Dieses dient dazu, dass das Gießwasser abfließen kann und beugt somit aktiv Staunässe vor.

Für einen festen Stand sorgen Modelle, die relativ gerade und viereckig gehalten sind. Von zylinderförmigen Pflanzkübeln ist abzuraten, da diese eine begrenzte Widerstandskraft gegenüber Windböen bieten. Die Angriffsfläche für Wind ist bei Palmen mit großen Blättern und langen Stielen generell recht groß, deshalb empfiehlt sich unbedingt ein Kübel mit einem hohen Eigengewicht.

Auch gebrauchte Töpfe sind problemlos für die Beherbergung von Palmen geeignet. Allerdings sollten diese vorab gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden. Das Risiko zur Übertragung von Pilzen und anderen Keimen wird dadurch auf ein Mindestmaß reduziert. Exemplare mit langen und flachen Wurzeln benötigen in der Regel ein Spezialgefäß, das sich deren besonderen Bedürfnissen annimmt.

Die meisten Pflanzkübel sind aus Kunststoff oder Ton. Dabei punktet jedes Material mit seinen individuellen Eigenschaften wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

 KunststoffkübelTonkübel
Vorteile– leichter Transport
– einfache Reinigung
– luft- und wasserdurchlässig
– Wände sind leicht porös, sodass die Pflanze nicht so schnell vernässt
– hohes Eigengewicht und attraktive Standfestigkeit 
Nachteile– geringes Eigengewicht, sodass eingeschränkte Widerstandskraft bei starkem Wind
– nicht luftdurchlässig, erhöhtes Risiko für Staunässe
– erschwerter Transport, da hohes Eigengewicht
– aufwändige Reinigung
Vor- und Nachteile von Pflanzenkübel aus Kunststoff oder Ton

Was sollten Sie vor dem Umtopfen beachten?

Sobald Sie das geeignete Substrat und einen passenden Topf gefunden haben, steht dem eigentlichen Umtopfen nichts mehr im Wege. Je nachdem wie groß und massiv Ihre Pflanze ist, kann es hilfreich sein, das Exemplar zu zweit in das neue Gefäß zu befördern.

Vor und während des gesamten Vorgangs sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf das Wurzelwerk Ihrer Palme legen. Bei guter Pflege fällt dieses erfahrungsgemäß recht umfangreich aus. Daher kann es passieren, dass sich der Wurzelballen nur schwer im neuen Topf unterbringen lässt. Da Palmen generell sehr empfindlich auf Schädigungen des Wurzelwerks reagieren, sind diese unbedingt zu vermeiden.

Gelingt es Ihnen nicht, die Palme aus ihrem Topf zu heben, ist das Zerschlagen oder Demontieren des Kübels unvermeidbar. Keinesfalls sollten Sie direkt am Stamm reißen oder zerren, da dies meist zu irreparablen Schäden am Wurzelwerk führt. Schlimmstenfalls erholt sich die Palme davon nicht und geht kurze Zeit später ein.

Ist es notwendig, beim Palme umtopfen die Wurzeln abzuschneiden?

Diese Frage zählt mitunter zu den meist genannten Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Umtopfen einer Palme. Zunächst ist keine pauschale Antwort möglich. Gesunde Wurzeln sollten grundsätzlich nicht eingekürzt werden.

Bei bereits verrotteten und / oder abgestorbenen Pflanzenteilen verhält es sich hingegen anders. Diese begünstigen die Entstehung von Wurzelfäule und sind somit schnellstmöglich zu entfernen. Ein gesundes Wurzelwerk erkennen Sie unschwer an seiner hellen Farbgebung sowie knackigen Eigenschaften. Bereits geschädigte Pflanzenteile zeichnen sich hingegen bräunlich gefärbte Lebensadern, die sich zudem weich und matschig anfühlen. Außerdem geht nicht selten ein fauliger Geruch von den Wurzeln aus. Sind diese Bedingungen erfüllt, ist das alte Wurzelgeflecht inklusive des umgebenden Substrats vollständig zu entfernen.

Ab und an kommt es vor, dass das Wurzelwerk am Boden des Kübels eine Spirale bildet, die bereits aus dem Abzugsloch zu wachsen beginnt. Diese können Sie beim Umtopfen bedenkenlos abschneiden.

Anleitung: Palme umtopfen in 6 Schritten

Mit Hilfe dieser Anleitung gelingt Ihnen das Umtopfen Ihrer Pflanze mit Sicherheit beinahe wie von selbst:

Die Vorbereitung

Teils sind die großen Palmenblätter messerscharf oder die Pflanze zeichnet sich durch spitze Dornen aus. Mit einem gewöhnlichen Spanngurt lassen sich die Pflanzen vor dem Umtopfen fixieren, was die Verletzungsgefahr deutlich senkt. Zum Eigenschutz sollten Sie keinesfalls auf entsprechende Gartenhandschuhe verzichten.

Tauchen Sie die Pflanze vor dem Umtopfen für einige Minuten in ein Wasserbad, bis der Wurzelballen vollständig vollgesogen ist. Dies erleichtert das Herausheben der Palme ungemein.

Die Palme aus dem Topf heben

Gelegentlich sitzt die Palme felsenfest im Substrat und lässt sich nur schwer aus ihrem Kübel lösen. Fahren Sie in diesem Fall mit einem (scharfen) Messer am Rand entlang und versuchen Sie es erneut. Oftmals hilft es auch, mehrmals gegen den Topf zu klopfen. 

Schlimmstenfalls gibt es keine andere Möglichkeit, als das Gefäß zu demontieren oder sogar zu zerschlagen.

Wurzeln säubern und kontrollieren

Im nächsten Schritt befreien Sie die Wurzeln von der lockeren Erde. Achten Sie darauf keine Wurzeln abzureißen oder zu knicken. Danach überprüfen Sie die Wurzeln auf Fäulnis oder anderweitige Beschädigungen. Bei Bedarf sind diese mit einem scharfen (desinfizierten) Messer zu entfernen. Gesunde Wurzeln sollten keinesfalls eingekürzt werden.

Das Substrat anreichern und einfüllen

Bevor Sie das Substrat in den neuen Topf geben, ist es ratsam, dessen Abflussloch mit Tonscherben zu bedecken Somit ist gewährleistet, dass die frische Erde im Zuge des ersten Wässerns nicht direkt aus dem Kübel gespült wird. Alternativ ist auch Blähton oder eine Schicht Kies als Drainage geeignet. Das überschüssige Gießwasser fließt problemlos ab, was der Bildung von Staunässe aktiv vorbeugt.

Gelegentlich lässt sich das frische Substrat nur schwer in den neuen Topf füllen. Fügen Sie in diesem Fall mehrmals Wasser hinzu, damit sich die Erde in alle Ecken des Kübels verteilt.

Palme in auserwählten Kübel setzen

Platzieren Sie die Pflanze anschließend in der Mitte des neuen Topfes und füllen diesen von allen Seiten mit Substrat. Klopfen Sie während dem Auffüllen immer wieder leicht gegen den Topf, damit sich die Erde gleichmäßig verteilt. Lufträume sind unbedingt zu vermeiden, da diese die Entstehung von Staunässe begünstigen.

Geben Sie nicht zu viel Substrat in den Topf. Endet der Wurzelballen etwa 2 cm unter dem Topfrand, gilt die Füllmenge als optimal. Somit verbleibt noch ausreichend Freiraum um zu Gießen und zu Düngen. Nun sind alle notwendigen Voraussetzungen für ein baldiges Einwurzeln geschaffen und die Palme gewinnt schon nach kurzer Zeit einen festen Halt.

Das Gießen

Drücken Sie das Substrat gut an der Oberfläche an und gießen Sie die Palme großzügig. Abschließend stellen Sie diese an ihren gewohnten Platz.

Wie gestaltet sich die Palmenpflege nach dem Umtopfen?

Das Umtopfen selbst ändert nichts daran, dass Palmen grundsätzlich als recht unkompliziert in Sachen Pflege gelten. Je nachdem welches Substrat Sie verwendet haben, ist das erste Düngen etwa zwei Wochen nach erfolgreichem Umtopfen erforderlich. Einige Fertigsubstrate enthalten bereits den notwendigen Dünger, sodass ihre Palme in nächster Zeit ausreichend versorgt ist. Um hierbei auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie die Anwendungsempfehlung des jeweiligen Herstellers genau beachten.

Da das Umtopfen überwiegend direkt im Anschluss an die Winterruhe erfolgt, sollten Sie Ihre Palme zunächst nicht der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Gewöhnen Sie die Pflanze schrittweise mit wenigen Stunden täglich an das Sonnenlicht. Häufig beginnen Palmen nicht direkt nach dem Umtopfen zu blühen. Dies liegt daran, dass der Wurzeldruck noch nicht stark genug ausfällt.

Fazit:

Obwohl sich das Umtopfen selbst nicht direkt als schwierig gestaltet, sollten Sie sich dafür reichlich Zeit einplanen. Vor allem ist der Zustand des Wurzelballens entscheidend, da dieser einen wesentlichen Einfluss auf den Gesundheitszustand Ihrer Palme nimmt. Mit etwas Übung gelingt Ihnen das Umtopfen Ihrer Palme beinahe wie von selbst.

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