Die Zwergpalme Eigenschaften, Pflegen, Vermehren

Palmen werden auch hierzulande als dekorative Gartenbäume immer beliebter. Dabei konnte sich vor allem die aus Südeuropa stammende Zwergpalme gut durchsetzen, denn sie übersteht auch den hiesigen Winter ohne größere Probleme.

Schließlich besticht das exotische Aussehen dieser Bäume in besonderer Weise und verleiht jeder Gartengestaltung einen mediterranen Flair. Was es zu beachten gibt bei der Standortwahl und der Pflege dieser aufregenden Pflanze soll nun gezeigt werden.

Überblick zur Zwergpalme (Chamerops humilis)

Bei der Zwergpalme handelt es sich um eine Art der Gattung Schirmpalme, die allerdings lediglich eine maximale Höhe von 5 Metern erreichen wird. Sie stammt ursprünglich aus dem europäischen Mittelmeerraum und verträgt große Hitze dementsprechend gut. Im Vergleich zu anderen Palmenarten ist der Wuchs damit deutlich reduziert und lässt sich gut auch in mittelgroßen Gärten platzieren.</p>

Ebenfalls anders als bei anderen Palmenarten zeigt sich das gesamte Wuchsbild der Zwergpalme. Eine Zwergpalme besitzt einen holzigen Stamm, dessen Oberfläche wie mit stumpfen Noppen überzogen erscheint. Allerdings ist die Rinde robust, fest und glatt, ohne herausragende Teile. Auf dem bis zu etwa 1,40 Meter hohen Stamm befinden sind die Blätter.

Das erinnert an fächerförmige Wedel mit langen, spitz zulaufenden Streifen. Tatsächlich sind die Blätter der Zwergpalme eher steif und besitzen einen langen, mit einer Dorne bestückten Blattstiel. Durch den gefächerten Wuchs dieser büschelweise platzierten Blätter erhält die Pflanze ihre typische, buschartige Erscheinungsform.

Diese als Wedel bezeichnete Belaubung umfasst einen Durchmesser von bis zu 55 Zentimetern und ist an den zumeist 2 oberen Enden des Stamms aufgesetzt. Diese Wuchsform erinnert an die Form des Buchstaben Y und kann, entsprechend der Wachstumsbedingungen in zunehmendem Alter sehr prominent ausgebildet sein.

Jüngere und subadulte Zwergpalmen besitzen ein etwas anderes Blattwerk als erwachsene Pflanzen. Dieses ist nämlich zusätzlich mit zahlreichen feinen, grauen Haaren bedeckt. Sobald sich die Blattwedel öffnen, lösen sich diese Haare und fallen ab. Je älter die Palme wird, umso geringer wird dieser Haarwuchs, bis er irgendwann komplett aufhört.

Ursprung und Eigenschaften der Zwergpalme

Eigentlich ist diese Pflanze in den warmen und sonnigen Gegenden des Mittelmeers zu finden. Es handelt sich dabei übrigens um die einzige Art Palme, die in Europa beheimatet ist. Vor allem kommen Zwergpalmen im westlichen Teil des Mittelmeers vor, wachsen jedoch auch in Libyen und Italien. Dabei bevorzugt sie eher sandigen Boden und steinige Felsflure, ist allerdings sonst denkbar anspruchslos.

Wenngleich Zwergpalmen keine ausgesprochenen Durstexperten sind, macht ihnen ein trockener, heißer Sommer ebenso wenig zu schaffen, wie ein frostiger Winter. Tatsächlich sind niedrige Temperaturen von bis zu Minus 10 Grad unter den passenden Bedingungen keine Herausforderung, sodass sich ein geschützter Standort im Garten anbietet. Zwar lassen sich Zwergpalmen auch gut ganzjährig in der Wohnung aufstellen, allerdings bilden sie dann weder Blüten noch Früchte.


Der ideale Standort für eine Zwergpalme

Aufgrund der mediterranen Wurzeln ist große Hitze und Dürre kein Problem, wobei jedoch eine gute Standortwahl zu beachten ist. Einige Stunden direkte Sonne pro Tag sollte die Palme schon bekommen. Andernfalls ist das Wachstum nicht gar so üppig und die Blattwedel werden deutlich kürzer.

Indirekt bietet eine Zwergpalme deswegen gewisse Spielräume, innerhalb derer sich das potenzielle Wachstum bewegt. Bei direktem Sonnenlicht wird die Pflanze durchaus groß und stattlich, während ein Platz im Halbschatten eine eher zurückhaltende Pflanze entwickelt mit weniger dichtem Blattwuchs.

Für ein schönes Ergebnis ist es zu empfehlen, die Palme in einen großen Topf zu stellen, am besten auf einem Pflanzenroller. So bietet sich die Möglichkeit, den Standort je nach Witterung zu optimieren. Wichtig ist nämlich ein guter Einstieg nach der Winterruhe. Demnach sollte die Palme im Frühjahr sanft wieder an direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt werden, um die jungen Blatttriebe nicht zu verbrennen.

Zwergpalme pflegen


Grundsätzlich sind Zwergpalmen nicht ausgesprochen anspruchsvoll in der Pflege, allerdings sollten bestimmte Aspekte berücksichtigt werden. Neben der Standortwahl ist auch das genutzte Substrat eine wichtige Grundlage für gesundes Wachstum.

Das ideale Substrat für eine Zwergpalme besteht aus einer Mischung von Blumenerde mit Kompost. Zudem sollten Zusätze wie Kies oder Lavagranulat nicht fehlen, um eine gute Durchlüftung des Substrats zu erreichen. Schließlich sollte scharfer Sand ebenfalls nicht fehlen, um den Anspruch an mineralische Nährstoffe zu bedienen. Um den Nährstoffbedarf in Zukunft ordentlich zu decken, ist eine leichte Düngung im Abstand von 10 bis 14 Tagen zu empfehlen.

Baumärkte und Baumschulen bieten bei Unsicherheit das genau passende Substrat. Hierbei sollte nämlich beachtet werden, dass Zusätze mit Torf oder Humus für Zwergpalmen ungeeignet sind. Diese Komponenten bewirken ein starkes Zusammenfallen des Substrats mit einer hohen Aufnahme von Feuchtigkeit. Beide Effekte kommen der Zwergpalme nicht sehr gelegen.


In Kombination mit einem ausreichend großen Blumengefäß sollte auch auf eine Schicht Drainage am Boden nicht verzichtet werden. Vor allem bei großen Palmen bewirkt das höhere Gewicht einen starken Druck auf das Substrat. Durch die Wurzeln wird es zwar luftig und durchlässig gehalten. Dennoch hilft eine Drainage aus groben, runden Steinen dabei, dass die unteren Wurzeln nicht erdrückt oder ertränkt werden.

Wichtig ist ebenfalls zu wissen, dass sich der sogenannte Vegetationspunkt bei der Zwergpalme in den Blättern befindet. Genau gesagt ist dieser im Bereich der Blattspitzen zu finden. Für die Pflege bedeutet dies, dass die Blattspitzen nicht beschädigt werden dürfen. Erst wenn die Blätter welk und vertrocknet sind, können diese abgeschnitten werden. Allerdings sollte dabei ein Reststück verbleiben von mindestens 3 Zentimetern.

Zwergpalme vermehren

Ist die Zwergpalme erst einmal gut angewachsen und hat ein gewisses Alter erreicht, zeigt sich das Wurzelwerk ordentlich, stabil und solide. Dementsprechend ist es nicht schwierig, die Palme bei Bedarf umzusetzen. Am besten wird die Zwergpalme im späten Frühjahr umgetopft. Bei der Gelegenheit sollte ein größeres Gefäß gewählt werden. Bevor die Palme in das neue Substrat gesetzt wird, ist außerdem die alte Erde von den Wurzeln zu entfernen.

Vor allem bei einem sonnigen Standort und einem üppigen Wuchs kann im Freien mit Blüten und sogar mit Früchten gerechnet werden. Eine Vermehrung der Palme ist dementsprechend möglich, nämlich entweder durch Wurzeltriebe oder Samenanzucht. Der Vorteil bei Wurzeltrieben besteht darin, dass diese ohnehin früher oder später entfernt werden sollten, um der Mutterpflanze genügend Platz zu bieten. Außerdem sind Triebe schon recht kräftig für den solitären Wuchs.

Auch wilde Zwergpalmen pflanzen sich vornehmlich durch diese Wurzelstecklinge fort. Sie besitzen schon eigene Wurzeln und können ohne Probleme von der Mutterpflanze entfernt werden. Dann kann der neue Trieb in feuchtes Substrat auf Kompostbasis gesetzt werden.

Ideal ist bis zum Austrieb ein heller, aber nicht direkt sonniger Standort mit gleichmäßigen Temperaturen. Spätestens wenn sich die ersten Blattwedel bilden, kann der Trieb behandelt werden wie eine adulte Zwergpalme.

Etwas aufwendiger, aber ebenso erfolgversprechend, ist die Aufzucht von Samen der Zwergpalme. Wichtig ist, dass nicht zu früh ausgesät wird, denn die Keimung beginnt frühestens bei 18 Grad Celsius Umgebungstemperatur.

Wasser und Nährstoffe für die Zwergpalme


Wie die Herkunft und die Beschreibung des optimalen Standorts bereits vermuten lässt, hat die Zwergpalme keine besonders komplizierten Ansprüche an Wasser und Nährstoffversorgung. Die Auswahl und Zusammensetzung eines guten Substrats wird die nachfolgende Pflege zusätzlich unterstützen und verbessern.

Sehr wichtig ist eine gleichmäßige und regelmäßige Wasserversorgung der Zwergpalme. Mindestens vom späten Frühjahr bis hin zum Herbst muss der Wurzelballen der Pflanze komplett durchfeuchtet sein. Das bedeutet, dass die Palme, je nach Standort und Witterung, täglich reichlich gegossen werden muss.

Als Orientierung lässt sich sagen, dass die Oberschicht des Substrats ruhig etwas durchtrocknen kann. Allerdings muss knapp darunter stets Feuchtigkeit herrschen, zumal das Substrat leicht zum Austrocknen neigt. Erst bei sinkenden Temperaturen kann damit begonnen werden, die Wassermenge zu reduzieren. Während des Wachstums in den warmen Monaten muss also ordentlich gegossen werden, während im Winter ein leichtes Anfeuchten ausreichend ist.

Schließlich sollte bei der Auswahl des Düngers auf die optimale Zusammensetzung der Nährstoffe geachtet werden. Im Handel lassen sich dazu passend fertig gemischte Produkte finden. Für Zwergpalmen bietet sich darum ein Zitrusdünger an oder auch ein Mediterran-Dünger für Grünpflanzen. Grundsätzlich kann auch ein Standarddünger für Blumen genutzt werden, allerdings ist dieser besonders sparsam zu dosieren.

Die Zwergpalme im Winter

Erfreulich an dieser kompakten Palme ist zwar der Wuchs, doch bei einem sonnigen Standort und optimalen Bedingungen kann die Zwergpalme durchaus sehr üppig werden. Allerdings kann gesagt werden, dass eine kräftige Palme besonders gut durch den Winter kommen wird, was vor allem bei fest verpflanzten Exemplaren wünschenswert ist.

Zwergpalmen im Topf sind bestens geschützt gegen gefährlichen Bodenfrost, da sie bei Bedarf an einen besseren Platz geschafft werden können. Wichtig bei der Wahl des Winterquartiers ist eine niedrige Umgebungstemperatur. Denn sobald es wieder wärmer wird, beginnt die Palme ihren neuen Wachstumszyklus.  Um die Ruhephase zu unterstützen, ist ein nicht allzu heller und recht kühler Platz deshalb am besten.

Verbleibt die Palme im Freien, gibt es auch bei durchgehendem Frost nur wenig zu befürchten. Dennoch kann es sich empfehlen, bei sehr widrigen Witterungsbedingungen einen gewissen Schutz zu bieten. Dazu kann der Topf mit Textilien oder Gartenmatten umwickelt werden und auch eine Frosthaube schadet der Palme nicht.

Zum guten Schluss sollte die Palme auch im Winterquartier nicht vollständig vergessen werden. Gerade wenn sie dazu ins Hausinnere gebracht wurde, ist darauf zu achten, dass das Substrat nicht vollständig austrocknet. Allerdings sollte zu viel Wasser auch vermieden werden, um die Wurzeln nicht unnötig zu ertränken.

Krankheiten, Wachstumsstörungen und Schädlinge bei der Zwergpalme


Es kann auch an dieser Stelle nur wiederholt werden, dass die Zwergpalme grundsätzlich eine gesunde, starke und solide Pflanze ist. Dennoch kann ein nicht ganz optimaler Standort ebenso wie eine nicht so perfekte Pflege dazu führen, dass die Palme Schädlingen und Krankheiten gegenüber anfällig wird.

Dabei ist die Vorbeugung gegenüber Parasiten bei einer Zwergpalme recht simpel. Zwar kommt die Pflanze auch mit Trockenheit recht gut klar, aber das macht sie auch attraktiv für Schädlinge. Ist der Boden zu lange zu trocken, machen sich Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse schnell breit. Die kleinen Plagegeister entziehen der Palme wichtige Energie und verbreiten sich außerdem von dort über den ganzen Garten.

Auch deshalb sollte das Substrat während der Wachstumsphase stets feucht und oberflächlich sauber gehalten werden. Es trifft sich gut, dass die meisten Schädlinge einer Zwergpalme Wasser nicht sehr schätzen. Darum tut der Palme auch regelmäßiges Abduschen aus diesem Grund auch gleich doppelt gut.

Allerdings ist die Zeit für lästige Schädlinge bei der Zwergpalme nicht allein im Sommer. Wesentlich anfälliger dafür ist die Pflanze nämlich während der Winterruhe. Hinzu kommt, dass außerdem weniger gegossen wird und das Substrat vielfach austrocknet. Deshalb ist gerade im Winterquartier eine regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge wichtig, um im Frühjahr keine böse Überraschung erleben zu müssen.

Fazit Zwergpalme: Genügsam aber nicht stark gegen Schädlinge


Reichlich Sonne, immer wieder ordentlich viel Wasser und ein stabiles Substrat sind die Grundzutaten für eine gesunde und schön wachsende Zwergpalme. Immer wieder wird dazu gesagt, dass Zwergpalmen auch hierzulande ohne weiteres frei im Garten gepflanzt werden können. Es ist allerdings dabei zu bedenken, dass das nur bedingt richtig ist.

Gemessen allein an den klimatischen Bedingungen der Außenluft mag das zutreffen, denn die Zwergpalme übersteht Außentemperaturen von bis zu Minus 10 Grad Celsius. Allerdings verträgt die Pflanze Bodenfrost überhaupt nicht gut, weil dann die Zellwände der Wurzeln zerstört werden, die Wasseraufnahme stoppt und die Palme bekommt einen Schock vor Kälte und Durst.

Allerdings sind Zwergpalmen auch im Topf durchaus zufrieden und können wunderbar heranwachsen. Sofern ein ausreichend großes Gefäß gewählt wurde und eine Drainage besteht, erhält die Zwergpalme so die besten Bedingungen. Hinzu kommt außerdem, dass sich Zwergpalmen im Topf sehr zuverlässig gegen Schädlinge pflegen lassen.

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