Kokospalme im Portrait

Bild der Wedel einer Kokospalme
© Isreal – stock.adobe.com.

Sonne, Strand und Meer stellen die Sehnsucht nach dem Süden bildlich dar. Zur typischen Urlaubsidylle in warmen Gefilden gehören noch Palmen. Keine anderen Vertreter aus der Welt der Botanik symbolisieren mildes Klima so wie die hochwachsenden Pflanzen mit langen Wedeln. Sommerfreude unter Palmen lässt sich auch zu Hause realisieren. Für ein malerisches Ambiente sorgen fremdländische Gewächse in Zimmerkultur. Eine der interessantesten Silhouetten bietet die Kokospalme mit ihrem sattgrünen Laub. Sie gilt als Inbegriff für unbeschwertes Südsee-Feeling. Im Laufe der sonnigen Monate dürfen die Gewächse aus den Tropen auch bei uns nach draußen. Mit dieser beeindruckenden Kulisse verwandeln sich Balkon, Terrasse oder Garten in ein wonniges Ferienparadies.

Heimat der Kokosnuss

Kokospalmen bringen eine der größten Samenhüllen hervor. Der Name trügt, den es handelt sich nicht um Nüsse, sondern um Steinfrüchte. Der eigentliche Samen steckt in der dicken Faserschicht verborgen. Wo genau die Kokospalme ihren Ursprung hat, lässt sich heute nicht mehr exakt bestimmen. Vermutlich war es das Sunda-Archipel in Südostasien, das die ersten Kokospalmen beherbergte. Von hier aus trieben Kokosnüsse über die Ozeane und eroberten neue Lebensräume, sobald sie an Land gespült wurden. Vorausgesetzt, das dort herrschende Klima kam den Wünschen der Gewächse entgegen. Wegen der dichten Schale beeinträchtigt salziges Meerwasser die Keimfähigkeit der Früchte nicht.

Vorkommen

Heute sind Kokospalmen im gesamten Tropengürtel mit einer mittleren Jahrestemperatur von 27° C und hoher Niederschlagsmenge vertreten. Sie wachsen an den Küsten, in Regenwäldern oder warmen Sumpfgebieten. Die Ausbreitung erfolgte sowohl auf natürliche Weise über den Seeweg als auch beabsichtigt durch den Menschen. Kokospalmen sind ausgezeichnete Nahrungs- und Rohstoffquellen. Als Kulturpflanzen liefern sie Fruchtfleisch (Kopra), Kokosmilch und die Grundlage für Kokosfett und Kokosöl. Aus den Schalen werden Fasern gewonnen. Das Holz dient dem Möbel- und Hüttenbau oder als Brennmaterial. Palmwedel eignen sich zur Dacheindeckung oder der Herstellung von Körben. Die größten nutzbringenden Flächen für Kokosplantagen gibt es in Indonesien, Indien, Tansania, Sri Lanka, Thailand, Brasilien und auf den Philippinen.

Pflanzenbeschreibung

Die Echte Kokospalme, die bis zu 120 Jahre alt werden kann, trägt den wissenschaftlichen Namen Cocos nucifera. Sie tritt als einzige Art ihrer Gattung in Erscheinung. Die gesamte Familie der Palmengewächse (Arecaceae) umfasst etwa 2600 Arten, verteilt auf 183 Gattungen. An ihren Naturstandorten wachsen Kokospalmen bis etwa 30 m in die Höhe. Deshalb heißen sie zuweilen „Bäume des Himmels“. Die immergrünen Gewächse zeichnen sich durch folgende Wesensmerkmale aus:

– Stamm

Aus biologischer Sicht gehören Palmen nicht zu den Bäumen, obwohl sie manchmal Schopfbäume genannt werden. Genau genommen handelt es sich um eine baumförmige Lebensform. Der Unterschied liegt in Stamm und Äste begründet. Bei Bäumen findet ein sekundäres Dickenwachstum statt. Stamm und Äste erreichen im Laufe der Zeit stetig einen größeren Umfang. Bei der Palme dehnt sich der unverzweigte Stamm nur anfangs in die Breite aus. Hat er seine standardmäßige Dicke erreicht, wächst er nur noch in die Höhe. Der pflanzliche Stützpfeiler bleibt mit 25-30 cm Durchmesser relativ schmal. Unten an der Basis ist der Stamm mit bis zu 50 cm Stärke kräftiger gebaut. Kokospalmen haben keine Rinde im herkömmlichen Sinne. Die Borke setzt sich aus Blattbasen abgefallener Wedel zusammen. Anhand dieser Narben lässt sich das Alter der Pflanze bestimmen. Der tragende Teil der Kokospalme verfügt über eine hohe Elastizität. Indessen sind Kokosnusspalmen ausgesprochen standfest und trotzen selbst starken Stürmen.

– Blätter

Kokospalmen bilden keine Krone. Sie verfügen stattdessen über einen oberen Wachstumspunkt, der auch als Vegetationskegel oder Palmenherz bezeichnet wird. Aus diesem Scheitel sprießen die Blätter zunächst aufrecht, im Folgejahr zur Seite geneigt und im dritten Jahr hängen sie herab. Später werden sie abgeworfen. Im günstigsten Fall bringt die Palme jeden Monat ein Blatt hervor, zeitgleich stirbt jeweils unten ein Wedel ab. Anfangs ist das Laub von einer Blattscheide geschützt. Die Palmenwedel können bis zu 7 m lang und 1 m breit werden. Ihre Fiederung setzt sich beidseitig aus 200 bis 250 Blattsegmenten zusammen. Direkt nach der Keimung zeigen sich längs gerippte und v-förmig aussehende Sämlingsblätter. Erst nach etwa drei Jahren erscheinen die ersten gefiederten Wedel.

– Blüten

Es dauert mindestens sechs Jahre, bis die Kokospalme zum ersten Mal aus ihren Blattachsen leuchtend gelbe Blüten hervorbringt. An den verzweigten Blütenständen sind männliche Blüten mit bis zu 10.000 Stück deutlich in der Überzahl. Lediglich etwa 40 weibliche Blüten öffnen sich zeitversetzt nach 2 Wochen. Sie sind nur 2 Tage lang befruchtungsfähig. Die Bestäubung übernehmen Bienen, Wespen, Ameisen, Käfer und der Wind.

– Früchte

Während die Samenstände verholzen, entwickeln sich an einer Palme im Laufe eines Jahres bis zu 100 Kokosnüsse, die 30 cm groß werden können. Sie sind umgeben von einer dicken, faserigen Hülle. Darunter befindet sich die Fruchtwand mit Fruchtfleisch und Fruchtwasser im Inneren, so wie wir Kokosnüsse üblicherweise kennen. Weil die Früchte in verschiedenen Entwicklungsstadien heranreifen, stehen das ganze Jahr über erntebereite Kokosnüsse zur Verfügung. Fruchtbildung ist nur an Freilandpflanzen zu erwarten.

Wohnungskultur

Damit die Kokospalme in unseren Breiten optimal zur Geltung kommt, sei ihr im Haus ein Platz in Einzelstellung gegönnt. Als Solitär setzt sie Akzente und zieht bewundernde Blicke auf sich. Schlichte Töpfe aus Ton harmonieren mit einem rustikalen Einrichtungsstil. Für den lässigen Vintage-Look passen Übertöpfe aus Rattan, Jute oder Weidengeflecht. Neben Designer-Möbeln sehen Kübel aus Metall oder Fiberglas vorteilhaft aus. Wichtig ist stets ein ausreichend großes Pflanzengefäß, damit sich die Wurzeln entfalten können. An die Pflege stellt die Kokospalme gewisse Ansprüche. Werden ihre Wünsche nicht erfüllt, reagiert sie schnell mit braun werdenden Blättern oder Schädlingsbefall. Im Extremfall gehen neu erworbene Pflanzen innerhalb kurzer Zeit ein.

Kokospalme kaufen

Örtliche Gärtnereien, Baumschulen, Gartencenter und Baumärkte halten in aller Regel Kokospalmen bereit. Alternativ stellt der Online-Handel eine Option dar. Damit die Freude am erworbenen Gewächs lange währt, empfiehlt sich zunächst eine eingehende Prüfung des Gewächses vor dem Kauf.

Vitale Pflanze erkennen:

1.) Glänzend grüne Blätter
Gelbe Ränder an den Fiedern deuten auf eine vorher stattgefundene Trockenperiode hin. Derart geschwächte Palmen erholen sich oftmals nicht mehr.

2.) Ausreichend Platz für unterirdische Pflanzenorgane
Häufig werden die Wurzeln der Kokospalme vor dem Verkauf eingekürzt und in ein viel zu kleines Gefäß gepresst. Versorgungsstörungen, weil die beschädigten Wurzeln keine Nährstoffe mehr transportieren können, bereiten der Palme in der Folgezeit Probleme.

3. Frei von Schädlingen
Es lohnt sich, eine zum Kauf ausgesuchte Palme noch im Geschäft akribisch auf möglichen Befall zu untersuchen. Nur wenn garantiert keine Sauginsekten auf den Blättern sitzen, sind die besten Voraussetzungen für ein langes Palmenleben gegeben.

Idealer Standort

Wo fühlt sich die Kokospalme als Zierpflanze am wohlsten? Der Platz für die Neuanschaffung sollte zumindest ansatzweise der natürlichen Umgebung des Exoten entsprechen. Der Sonnenanbeter verlangt grundsätzlich einen möglichst hellen Platz. Ein großes Südfenster trägt insofern maßgeblich zu einem gesunden Wachstum der Pflanze bei. Noch besser erweist sich ein Atrium oder Wintergarten mit Lichteinfall von oben. Falls es an Helligkeit mangelt, muss eine Pflanzenlampe für Ausgleich sorgen. Der zweite Aspekt gilt den erforderlichen Wärmegraden. Unter 16° C darf das Thermometer niemals fallen. Am liebsten hält sich Cocos nucifera in einem Raum mit 20-22° C auf. Lufttrockenheit wird nicht vertragen. Ein feuchtes Klima lässt sich mit regelmäßigem Einsprühen der Pflanze erreichen. Oder es werden mit Wasser gefüllte Töpfe neben die Kokospalme gestellt. Der aufsteigende Dampf spendet den Wedeln Feuchtigkeit. Im Sommer kann die Palme nach draußen. Aber nur, wenn sich die Temperatur auch nachts für einen Frischluftaufenthalt eignet.

Gießwasser / Dünger

Der Wasserbedarf der Kokospalme liegt im höheren Bereich. Dennoch ist Staunässe zu vermeiden. Sobald die oberste Substratschicht abgetrocknet ist, braucht das Gewächs die nächste Flüssigkeitszufuhr, idealerweise in Form von weichem Regenwasser in Zimmertemperatur. Die Nuss darf nicht bewässert werden, denn die Nässe begünstigt Schimmelbildung und Fäulnisprozesse. Aus einem mit Wasser gefüllten Untersetzer können Substrat und Wurzeln Flüssigkeit aufsaugen. Kokospflanzen düngen genügt etwa zweimal im Jahr. Sonst schießen die Gewächse allzu schnell in die Höhe. In Zimmerkultur sind die Ausdehnungsmöglichkeiten nach oben leider meist beschränkt.

Kokospalme selbst ziehen

Geduld ist nötig, bis aus einer Kokosnuss eine Pflanze austreibt. Experimentierfreudige Menschen finden an dieser originellen Idee sicherlich Gefallen. Bei erfolgreicher Anzucht zeigt sich erst nach acht bis zwölf Wochen der Sprössling. Benötigt wird eine keimfähige Kokosnuss. Erkennbar am Schüttelgeräusch der Kokosmilch, sobald die Nuss schnell hin- und herbewegt wird.

– Fasern der Schale so gut es geht entfernen.

– Eventuell die Nuss einen Tag lang in warmes Wasser legen.

– Topf mit feuchtem Substrat vorbereiten und die Nuss bis zur Hälfte einpflanzen. Umgebungstemperatur: 20-25° C.

– Damit die Erde nicht so schnell austrocknet, eine durchsichtige Plastiktüte mit Luftlöchern überstülpen.

– Nach gelungener Keimung bahnt sich der junge Trieb durch eines der drei Augen (Löcher) seinen Weg ins Freie.

Substrat

Der Fachhandel bietet Spezialerde für Palmen an. Das Substrat sollte sowohl humushaltig als auch nicht zu schwer sein. Bei starker Verdichtung werden die Wurzeln nicht mehr durchlüftet, deshalb bedarf es Zusätze, die der Auflockerung dienen. Gemeinhin reicht es, wenn Blumenerde mit Sand und etwas Blähton vermengt wird. Gekaufte Pflanzenerde verfügt für gewöhnlich über einen Nährstoffvorrat, was das Düngen in den folgenden 8-12 Wochen überflüssig macht.

Zutatenliste zur Herstellung von Palmenerde im Do-it-yourself-Verfahren:

– Gartenerde (Hauptanteil)
– gut verrotteter Kompost (Nährstoffe)
– Sand oder Kies (Drainage)
– etwas Lehm (bindet Wasser)
– eventuell zusätzlich Tongranulat oder Perlite zur Wasserspeicherung

Kokospalme umtopfen

Ausgelaugtes und verdichtetes Substrat bietet der Pflanze keine günstige Grundlage mehr. Meist trifft dieser Zustand alle 2-3 Jahre ein oder wenn Wurzeln die Oberfläche des Substrats durchdringen. Dann kann die Kokospalme auch gleich ein größeres Pflanzengefäß erhalten. Entscheidend ist die Höhe des Topfes, denn Cocos nucifera bildet kräftig nach unten wachsende Pfahlwurzeln. Beim Umsetzen unbedingt Vorsicht walten lassen, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden. Im neuen Domizil schaut die obere Hälfte der Kokosnuss genauso wie vorher aus der Erde heraus.

Krankheiten und Schädlinge

Wenn die Kokospalme schwächelt, braucht womöglich das Gießverhalten eine Korrektur in die richtige Richtung. Sowohl Staunässe als auch Trockenheit setzen dem Exoten zu. Bisweilen lassen sich Spinnmilben auf Palmenblättern nieder. Feine Spinnfäden deuten auf den Befall dieser Plagegeister hin. Einnebeln der Pflanze macht die Gespinste deutlich sichtbar. Wahrscheinlich trägt zu trockene Raumluft zu diesem Übel bei. Eine warme Dusche vernichtet einen Großteil der Spinnentiere. Wird in der Folgeteil ein Kunststoffbeutel über die Pflanze gezogen, damit im Inneren die Luftfeuchtigkeit längere Zeit sehr hoch bleibt, gehen auch die restlichen Milben ein. Seltener suchen Schildläuse Kokospalmen heim. Gegen schwachen Befall hilft das Abwischen der Blätter mit Seifenlösung. Ansonsten dämmt das Besprühen mit einem Spiritus-Schmierseifen-Gemisch die Aktivität der Schadinsekten ein.

Kokospalme überwintern

Während der kalten Monate ändert sich für die Kokospalme nicht viel. Ursprünglich das ganze Jahr über an ein mildes Klima gewöhnt, trachtet Cocos nucifera auch im Winter nach einer warmen Umgebung. Es kann sein, dass aufgrund der trockenen Heizungsluft mehr Luftfeuchtigkeit mittels Einnebeln benötigt wird. Nur acht Stunden Helligkeit am Tag stillen den immensen Lichthunger der Kokospalme nicht. Pflanzenleuchten verlängern die Tagesdosis Licht auf ein Idealmaß von 12 Stunden.

Fazit:

Als Kind der Tropen sehnt sich die Kokospalme bei uns nach genug Wärme, Licht und Feuchtigkeit. Werden ihre speziellen Wünsche berücksichtigt, wächst sie zu einer dekorativen Grünpflanze heran und inspiriert jeden Betrachter.

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