Kentiapalme- alles wissenswerte

Lichbedarf: leicht sonnig bis schattig
Erde: sandig bis lehmig
Kalkverträglich?: ja
Giftigkeit: ungiftig
Winterhart? nein

Die Kentia Palme, die mit lateinischem Namen „Howea forsteriana“ heißt, zählt zu den pflegeleichtesten Zimmerpalmen. Zimmerpflanzen-Liebhaber wissen ihre schlichte Eleganz daher durchaus zu schätzen. Wir stellen Ihnen die Kentia Palme etwas genauer vor und geben Ihnen zugleich auch noch wertvolle Pflegetipps mit an die Hand.

Die Herkunft der Kentia Palme

Ihren Ursprung hat die Kentia Palme auf einer kleinen, zu Australien gehörende Inselgruppe im Pazifik. Die sogenannte Lord-Howe-Inselgruppe ist gekennzeichnet durch eine vielfältige Vegetation, die hier aufgrund des subtropischen Klimas gedeiht. Die über das gesamte Jahr nur sehr gering schwankenden Temperaturen und die relativ hohe Luftfeuchtigkeit von ca. 75 bis 78 Prozent ermöglichen einen idealen Lebensraum für zahlreiche Pflanzenarten, so auch für die beiden unterschiedlichen Typen der Kentia Palme.

Im 18. Jahrhundert wurde die Pflanze erstmals auf der paradiesischen Lord-Howe-Insel entdeckt und Howea getauft. Die Insel ist der einzige Ort, an dem die Kentia Palme ursprünglich gewachsen ist und noch heute werden die Jungpflanzen direkt von dieser Inselgruppe in alle Welt exportiert.

Welche Arten von Kentia Palmen gibt es?

Die Kentia Palme gehört zur Gattung der Howea und dieser sind lediglich zwei Arten angehörig: Howea forsteriana und Howea belmoreana. Diese beiden Palmenarten gleichen sich im Aussehen sehr stark und unterscheiden sich in erster Linie in der Wuchshöhe. Die Howea belmoreana stellt die etwas kleinere Form der Kentia Palme dar. Trotz des Unterschiedes werden die beiden Palmenarten im Handel oft unter dem Begriff „Kentia Palme“ zusammengefasst.

Howea forsteriana: Die klassische Kentia Palme wird im Laufe der Zeit auch in Wohnungen bis zu 3 Meter hoch und rund 2 Meter breit.

Howea belamoreana: Diese Art der Kentia Palme erreicht im Laufe der Zeit auch innerhalb von Wohnungen eine Höhe von über 2,5 Meter und eine Breite von rund 1,8 Metern.

Merkmale der Kentia Palme

Wuchs:

Die Kentia Palme ist eine breitwüchsige Fiederpalme mit breiten, weit überhängenden Wedeln auf langen Stielen. In der freien Natur kann sie bis zu 17 Meter hoch werden, allerdings wächst sie relativ langsam.

Blätter:

Howea forsteriana ist immergrün und ihre langen, unpaarig gefiederten Blätter sind intensiv dunkelgrün gefärbt und quirlständig. Jüngere Triebe hingegen sind hellgrün. Die Fiederblättchen sind lanzettlich und gestielt. Die einzelnen Stämme sind glatt und schlank.

Blüten:

In den warmen Sommermonaten (Juni bis August) trägt die Kentia Palme hellgrüne, dreizählige Blüten, die in kleine Rispen angeordnet sind. Am Naturstandort bilden sich aus diesen später orangefarbene Beeren. In Topfkultur bilden Kentia Palmen allerdings nur recht selten, meist sogar überhaupt keine Blüten.

Der richtige Standort

Entsprechend den Bedingungen ihrer subtropischen Heimat, fühlt sich die Kentia Palme bei stabilen Temperaturen von rund 20 Grad Celsius am wohlsten. Zudem bevorzugt sie einen Platz im Halbschatten. Die Pflanze sollte keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden, denn dadurch können die Blätter verbrennen und sich in Folge dessen braun verfärben.

Wichtig:

  • Im Halbschatten platzieren
  • konstante Temperaturen um die 20 Grad Celsius

Substrat und Boden

In ihrer Heimat wächst die Kentia Palme auf Böden vulkanischen Ursprungs. Diese verfügen über einen leicht sauren pH-Wert. Bei der Wahl der Erde sollten Sie diese Eigenschaft daher unbedingt berücksichtigen. In heimischen Räumlichkeiten empfiehlt sich daher am besten eine Mischung aus Blumenerde auf Basis von Kompost und Sand. Das Verhältnis sollte dabei 1:1 sein. Ebenso können Sie aber auch direkt auf spezielle Palmenerde zurückgreifen oder Lavagranulat beimischen.

Wichtig:

  • durchlässiges und leicht saures Substrat
  • im Optimalfall spezielle Palmenerde verwenden

Die Anzucht der Kentia Palme

Vermehren lassen sich Kentia Palmen ausschließlich über Samen, was allerdings viel Zeit in Anspruch nimmt. Was Sie bei der Anzucht einer Kentia Palme beachten müssen, erfahren Sie in den nachfolgenden Zeilen.

Kentia Palme durch Samen vermehren

Im Gegensatz zu anderen Palmenarten bildet die Kentia Palme keine Bodentriebe aus. Aus diesem Grund kann sie ausschließlich aus Samen gezogen werden. Da Kentia Palmen in unseren Regionen allerdings so gut wie nie blühen, bilden sie verständlicherweise auch keine Samen. Sie müssen sich die Saat deshalb im Gartenfachhandel oder online besorgen.

Samen nur frisch keimfähig

Bitte bedenken Sie, dass der Samen der Kentia Palme nur frisch keimfähig ist. Je älter der Samen, desto deutlicher sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Austriebs. Aus diesem Grund sollten Sie die Samen nach dem Kauf direkt aussäen. Die beste Zeit für die Aussaat ist das zeitige Frühjahr.

Vor der Aussaat: Samen quellen lassen

Damit die Anzucht der Kentia Palme gelingt, müssen Sie die Samen vor der Aussaat in lauwarmes Wasser legen, um sie quellen zu lassen. Ersetzen Sie das Wasser in regelmäßigen Abständen, damit die Wassertemperatur durchgehend konstant bleibt.

So wird ausgesät!

  • Füllen Sie die Anzuchtschale mit spezieller Anzuchterde
  • Säen Sie die gequollenen Samen direkt aus
  • Bedecken Sie diese leicht mit Erde
  • Platzieren Sie die Anzuchtschale an einem warmen Ort
  • Wählen Sie einen hellen aber keinesfalls sonnigen Standort
  • Bedecken Sie die Anzuchtschale gegebenenfalls mit Plastikfolie

Die Keimtemperatur sollte recht hoch sein. 25 Grad Celsius sind optimal. Ein Fensterbrett über einem Heizkörper stellt den idealen Standort für die Vermehrung von Kentia Palmen dar.

Halten Sie die Saat leicht feucht, aber keinesfalls zu nass. Sollten Sie die Schale mit Plastikfolie abgedeckt haben, müssen Sie diese regelmäßig lüften. Anderenfalls kann das Substrat und damit auch der Samen schimmeln.

Der Keimvorgang nimmt mehrere Monate in Anspruch

Für die Anzucht von Kentia Palmen benötigen Sie sehr viel Geduld. Es kann Monate dauern, bis der Samen gekeimt ist und die ersten Blattspitzen aus dem Erdboden hervorschauen.

Sind die Jungpflanzen ausreichend gewachsen, sodass mindestens zwei Blattpaare zu sehen sind, können Sie diese in Einzeltöpfe umtopfen. Anschließend pflegen Sie die Jungpflanzen wie erwachsene Kentia Palmen weiter.

Kentia Palme richtig pflegen – Was ist zu beachten?

Trotz der recht unkomplizierten Pflanzenart, gibt es auch bei diesem Palmengewächs einige wichtige Pflegedetails zu berücksichtigen:

Wasserbedarf

Die Kentia Palme liebt es weder zu trocken noch zu nass. Achten Sie daher darauf, dass Sie den Ballen stets leicht feucht halten und immer erst dann gießen, wenn sich die oberen Zentimeter des Substrates trocken anfühlen.

Wie bei allen Palmengewächsen darf auch bei der Kentia Palme das Wasser nicht zu kalkhaltig sein, sie ist zwar recht kalktolerant, doch zu viel könnte dennoch Schaden anrichten. Aus diesem Grund sollten Sie gerade in Regionen mit besonders hartem Wasser geeignete Filter verwenden. Alternativ können Sie das Gießwasser auch über Nacht stehen lassen.

Dünger

Kentia Palmen werden während der Hauptwachstumsphase alle 4 Wochen mit Flüssigdünger in mäßiger Konzentration gedüngt. Während der sogenannten Ruheperiode stellt man das Düngen komplett ein.

Wichtig: Wie bei allen langsam wachsenden Palmen, darf auch bei der Kentia Palme das Düngemittel keinesfalls überdosiert werden.

Schneiden der Kentia Palme

Vielleicht stellen Sie sich auch die Frage, ob regelmäßige Rückschnitte notwendig sind. Im Normalfall müssen Sie die Palmwedel der Pflanze nicht schneiden, lediglich eingetrocknetes oder gar störendes Blattwerk können Sie bei Bedarf bodennah zurück schneiden. Die ersten 3 bis 4 Zentimeter des Blattansatzes sollten dabei aber stehenbleiben.

Wissenswert – Sonstige Pflegemaßnahmen: Nach und nach bildet sich auf den Palmwedeln der Kentia Palme eine leichte Staubschicht, um diese abzuwaschen können Sie die Pflanze im Sommer einfach bei warmen, leichten Regen ins Freie stellen. Den Rest des Jahres stellt man die Kentia Palme einfach in die Badewanne und wäscht die Palmwedel unter einer lauwarmen Brause behutsam ab. Handelsübliche Blattreinigungsmittel sind nicht zu empfehlen, denn sie können an den Blättern Schaden anrichten.

Das Umtopfen

Umgetopft wird stets im Frühjahr, da sich die Wurzeln dann leichter von den Strapazen dieser Pflegemaßnahme erholen können. Das Umtopfen erfolgt entweder turnusmäßig alle zwei Jahre oder spätestens dann, wenn der alte Blumentopf offensichtlich zu klein ist.

Wissenswert: Um der Pflanze eine feste Verankerung und ausreichend Halt zu bieten, sollten Sie auf eine ausreichende Größe des Topfes achten. Für die nötige Stabilität eignen sich bei großen Pflanzen besonders hohe Töpfe.

Krankheiten und Schädlinge

Immer wieder kann es passieren, dass eine gesunde Kentia Palme plötzlich braune Blätter bekommt und eingeht. Die Ursache hierfür ist zumeist die sogenannte Gliocladium-Knollenfäule. In dieser Situation hilft nur rasches Handeln:

  • Schneiden Sie betroffene Pflanzenteile großzügig ab
  • Befreien Sie den Wurzelballen möglichst vorsichtig vom alten Substrat
  • Setzen Sie die Kentia Palme in frische Erde und einen neuen Topf ein
  • Sofern Sie den benutzten Übertopf oder Untersetzer weiter verwenden möchten, sollten Sie ihn unbedingt auskochen

Krankheiten wirksam vorbeugen

Zu häufiges und reichliches Gießen fördert Wurzel- und Blattfäule, daher sollten Sie Staunässe dringend vermeiden. Zudem können Sie bereits vorbeugend eine zusätzliche Dränage Schicht in den Topf einbringen. Überschüssiges Gießwasser im Untersetzer sollten Sie spätestens nach 30 Minuten wegschütten.

Leider wird die Kentia Palme auch sehr häufig von Woll- und Schildläusen befallen. Auch Thripsen und Spinnmilben machen es sich gerne auf der Kentia Palme gemütlich. Vorbeugend hilft hier leider nur eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Dies erreichen Sie durch regelmäßiges Befeuchten mit einem Sprühgerät. Sollten Sie die saugenden Parasiten mit bloßem Auge entdecken, empfiehlt sich der Einsatz eines geeigneten Insektizids.

Die Überwinterung

Die Überwinterung der Kentia Palme erfolgt in der Regel in einem Wohnraum, denn bei niedrigen Außentemperaturen kann sie nicht überleben. Die Pflanze kommt mit trockener Heizungsluft recht gut klar, sofern sie regelmäßig mit Wasser besprüht wird. Hierfür verwenden Sie am besten kalkfreies Wasser, besonders gut eignet sich aufgefangenes Regenwasser. Wichtig ist, dass die Kentia Palme direkt am Fenster steht, damit sie über den Tag ausreichend Licht bekommt. Zudem gilt zu wissen, je kühler die Palme steht, desto weniger muss man sie gießen. Der Pflanzenballen darf allerdings nicht komplett austrocknen. Stehendes Wasser ist jedoch auch unbedingt zu vermeiden.

Wichtig: Während der Überwinterung sollten Sie Ihre Kentia Palme regelmäßig auf Schädlinge untersuchen, denn Spinnmilben, Blatt- und Wollläuse machen sich während dieser Jahreszeit gern breit.

Kaufempfehlung: FAQs

Wie teuer ist die Kentia Palme?

In Baummärkten o.ä. werden im Frühling oftmals ca. 100 bis 120 Zentimeter hohe Kentia Palmen für bis zu 20 Euro verkauft. Bedauerlicherweise zeigen diese Pflanzen allerdings häufig Anzeichen von Vergeilung, d.h. die Kentia Palme ist für ihr Alter unnatürlich groß und besitzt nur recht dünne, nicht satt dunkelgrüne Blätter. Häufig sind die Palmwedel derartiger Pflanzen auch ein wenig wellig gewachsen. Aufgrund des langsamen Wachstums sollten Sie solch unnatürlich große Palmen nicht kaufen, denn sie würden zahlreiche Jahre benötigen, um einen schönen Habitus zu erreichen. Gleichgroße und gut gewachsene Exemplare liegen preislich meist zwischen 30 und 50 Euro. 60 bis 70 Zentimeter hohe Kentia Palmen sollten hingegen nicht mehr als 15 Euro kosten.

Kann ich die Kentia Palme auch online kaufen?

Natürlich können Sie Kentia Palmen in guter Qualität auch bequem online kaufen. Hier finden Sie ebenfalls qualitativ hochwertige Pflanzen und nützliches Zubehör zur Pflege von Zimmerpflanzen.

Unser Fazit

Mit einem geringen Pflegeaufwand kann man mit einer Kentia Palme über zahlreiche Jahre hinweg viel Freude haben. Die schöne immergrüne Pflanze stellt eine wahre Bereicherung für jeden Raum dar. Bei der Pflege sind vor allem das Verwenden eines durchlässigen, leicht sauren Substratboden sowie das regelmäßige, aber dennoch nicht übermäßige Bewässern zu beachten. Die Pflanze darf keinesfalls zu feucht oder in direkter Sonneneinstrahlung stehen. Gelegentliches Besprühen der Blätter trägt zur Schönheit und zum guten Gedeihen der Pflanze bei. Zudem schützt es vor einem Befall durch Parasiten.

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